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„Mahlzeit“  Performance von Riccarda Naef am 1. Performance Open- Air St. Gallen. Text von Sarah Gasser.

Die akkurat zum Kreis geschnittene Hecke ist von mehreren Zugängen unterbrochen und umschliesst einen Kiesplatz. Im Zentrum steht ein weiss gedeckter, runder Tisch, daneben ein ebenso weisser Hocker. Das Publikum, in gespannter Erwartung der angekündigten Performance, verteilt sich rund um das Gebüsch, als würde eine unsichtbare Wand sie davon abhalten, zwischen dem Immergrün hindurch auf den Kiesplatz zu treten. Stattdessen blicken sie über das brusthohe Gewächs hinweg auf die Mitte des Kreises.

Die Performerin, Riccarda Naef, betritt schwarz gekleidet die Szenerie und schreitet zügig auf den Tisch zu. Über der Schulter trägt sie eine übergrosse Umhängetasche aus hellem Stoff. Sie entnimmt ihr ein Messer mit langer, gezahnter Klinge und legt es auf den Tisch. Dazu ein Holzbrett, ein Glas Konfitüre, ein Buttergeschirr und ein Leib St. Galler Brot. Die Zuschauer knipsen mit ihren Smartphones Bilder des Geschehens. Wie Paparazzi aus den Büschen. Zaungäste. Das Kies knirscht unter Sommerschuhen.

Die Künstlerin beginnt dicke Scheiben des Brotes abzuschneiden, bestreicht sie mit Butter und Konfitüre. Mit zielstrebigen Schritten durchbricht sie die Grenze zum Publikum und überreicht einer Zuschauerin eine Brotschnitte. Ein Pausenbrot, ein Zvieri von Mamma? Leises Gelächter. Unentschlossen, was sie damit tun soll, hält die Beschenkte die Brotscheibe in der Hand.

Wartet. Beobachtet.

Ein zweites Mal bestreicht Riccarda Brote und verteilt an Umstehende. Direkt in den Mund. Kauen und scheues Lächeln. Sälber ässe macht feiss.

Der restliche Leib wird in Scheiben geschnitten. Wen wird es dieses Mal treffen? Die letzten zwei Konfitüreschnitten gehen beide an eine Person. Sie gibt lachend eine Brotscheibe an jemand anderes weiter. Geteilte Freude, doppelte Freude.

Die Performerin hebt nun einen weiteren Gegenstand aus der Tasche und legt ihn auf das Schneidebrett. Ein zweites, grösseres Brot. Das Publikum lacht überrascht. Soll dieses auch verteilt werden? Riccarda beginnt es konzentriert in Scheiben zu schneiden. Dick. Daumendick. Die Sonne triff hinter den Wolken hervor und brennt der versammelten Menge auf die Köpfe und blendet ihre Augen. Sonnenbrillen werden zurecht gerückt. Manche nehmen einen Schluck Wasser aus mitgebrachten Petflaschen.

Die Künstlerin schneidet weiter. Kraftvoll. Unbeirrt. Für wie viele Personen solls reichen? Die Dicke der Scheiben nimmt stetig ab. Von daumendick zu fingerdick zu schmal zu papierdünn durchscheinend. Wer soll von solchen Scheiben satt werden?Gegen Ende des Leibs bereitet das Schneiden immer mehr Mühe. Immer feiner werden die geschnittenen Stücke, immer näher kommt die Klinge den Fingern. Schnitt, Schnitt, Schnitt. Ende.

Riccarda fegt alle Stücke mit einer Handbewegung zu Boden. Sie türmen sich zu einem unordentlichen Haufen auf dem Kies. Misshandelte Brotfetzen. Die Künstlerin hebt einen letzten Gegenstand aus der Tasche. Ein drittes Brot, noch grösser als die vorherigen. Sie setzt sich davor und starrt es an. Fordernd. Grimmig. Wappnet sich. Wofür? Auf einmal schnellt ihr Arm vor. Sie reisst das weiche Innere des Brotes heraus, hebt ihr Shirt hoch und presst es sich auf den nackten Bauch. Immer wieder. Reissen. Pressen.

Ein Akt der Gewalt am Brotleib und am Menschenleib. Man möchte fast wegschauen. Zaungast wird Spanner. Manche Brotklumpen fallen gleich zu Boden, andere bleiben am Bauch kleben. Setzen sie sich an? Verschmelzen sie mit ihrem Körper? Werden sie von ihr absorbiert, über die Haut aufgenommen? Teigfetzen werden erbarmungslos an Riccardas Leib gepresst, während die Konfitürebrote von den Magensäften der Zuschauer verdaut werden. Oder in ihrem Hals stecken bleiben.

Das Brot wird komplett ausgehöhlt. Die Performerin hebt die am Boden liegenden Fetzen auf und stopft sie sich in die Hosentaschen. Diese blähen sich wie Hamsterbacken. Ein Vorrat für später? Doch später ist jetzt und sie greift nach der kiesdurchsetzten Teigmasse in ihren Taschen und stopft sie sich in den Mund. Viel zu grosse Stücke. Viel zu viele auf einmal. Kauen. Würgen. Ausspucken. Sie presst sich weitere Klumpen auf die Augen und in die Ohren. Blind und taub, mit vollen Taschen und leerem Bauch.

Das Brot liegt vor ihr auf dem Tisch. Eine leere Hülle, nur die Kruste ist übrig. Ein ausgeweideter Leib. Im Publikum betroffene Mienen. Niemand lacht. Niemand trinkt. Niemand kaut. Manche schlucken leer.

Sarah Gasser, St. Gallen, 18. August 2018

 

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Verschiedene Arten Vögel

Die rückblickende Fixierung der flüchtigsten aller Künste oder: eine Sortierbeschreibung des ersten St. Galler Performance-Openairs letzten Samstag im Stadtpark.*

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Samstagnachmittag im Stadtpark. Eine Oase des Friedens und der guten Luft nach dem lauten Gewühl durchs gleichzeitige Stadtfest. Heute findet hier das erste St. Galler Performance-Openair statt. Eine Kunstform, die in dieser Stadt noch nicht oft explizit ihren Platz gefunden hat. Maricruz Peñaloza, selbst Performancekünstlerin sowie Kuratorin und Organisatorin dieses Openairs, heisst alle Besucher vor dem ersten Schauplatz willkommen und erklärt Ablauf und Zeitplan. Dann geht es los mit der ersten von zehn Performances.

Riccarda Naef «Mahlzeit»

Ein weiss gedeckter runder Tisch steht in der Mitte eines heckenumrundeten Kiesplatzes. Riccarda Naef betritt den Kreis und beginnt den Tisch anzurichten. Nacheinander werden drei verschieden grosse Laibe St. Gallerbrot bearbeitet. Der erste und kleinste akkurat geschnitten, mit Butter und Marmelade bestrichen und stückweise im Publikum verteilt. Der zweite, mittelgross, wird zunehmend ungleichmässiger und frustrierter geschnitten und die Stücke am Schluss unbearbeitet vom Tisch gefegt. Dann kippt die Szene endgültig vom unschuldigen Aussenfrühstücks-Idyll in einen zerstörerischen Exzess. Ein monströser Mehr-Kilo-Laib wird komplett ausgehöhlt, sein Inneres geknetet, zerrieben und an den eigenen Körper gedrückt, als wäre das eine zweite, aggressivere Möglichkeit zu essen. Oder sich dem Essen zu verweigern. Am Ende steht sie mit von Brot verstopften Ohren, Augen und Taschen da. Ruhe.

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Andrea Vogel & Beatrice Dörig «Rendez-vous Volière»

Was passiert mit Tieren, wenn sie von Menschen imitiert werden? Fühlen sie sich diskriminiert? Finden sie es lustig? Steigen sie in den Dialog ein? Ignorieren sie es? Die Vögel der Volière bekommen in der zweiten Performance zwei mächtige Mitstimmen. Unsichtbar aber beeindruckend virtuos und laut beteiligen sich Andrea Vogel und Beatrice Dörig hinter den käfigumgebenden Hecken versteckt am verzweigten Vogelgespräch.

Kurz nach dem letzten Menschen-Vogelton geben die Tiere eine deutliche Antwort auf die Eingangsfrage – wie auch immer sie hiess. Im Vergleich zu anderen, zum Teil mit schweren Themen aufgeladenen Performances und diesbezüglich durchzogenen Reaktionen wirkt das Publikum hier fast durchgehend ausgelassen und amüsiert.

Martina Morger «Alles hat ein Ende»

Eine junge Frau in einem edlen schwarzen Kostüm geht gezielt die Parkwege entlang. Unter dem einen Arm trägt sie ein goldenes Tablett, am andern eine Handtasche. Auf einem Stück Grün vor dem Museum bleibt sie stehen und packt ihr Arbeitswerkzeug aus. Eine ungebratene St. Galler Bratwurst, eine Minitube Senf, ein Messer. Sie schneidet die Wurst in gleichmässige Rädchen, betupft jedes mit Senf und legt sie sich Stück für Stück als Collier um den Hals. Dann packt sie ihre Sachen zusammen und verlässt in zugleich gehetzten wie erhabenen Schritten die Szenerie, ohne dass die Schwerkraft ihr ein Stück Collier entzieht.

Kommentar eines Zuschauenden: «da muesch auno chöne.» Ob es hier um einen kurzen Prozess mit dem symbolischen Patriarchat und regionalen Sitten ging, um Schmuckbranchenkritik oder schlicht um ein starkes Bild, bleibt den Zuschauenden überlassen.

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Monica Germann & Viktoria Kölle «Thirst Quencher»

Wieder zurück zur Location eins, dem Heckenkreis. Aus einem Lautsprecher pulsiert smoother Techno und ein dutzend Powerade-Flaschen liegen verstreut im Gras. Auf der Hecke haben viele grelle Plüschtiere Platz genommen. Die zwei Performerinnen tanzen in bunten Sport/Party-Outfits zum Beat und wirken wie liebevolle aber höchst undurchschaubare Schamaninnen. Sie drehen jedes Plüschtier um, so dass es zum Publikum blickt. Später liegt Monica Germann auf dem Boden und singt «It’s just me myself and I…». Viktoria macht Gymnastik, beide trinken Powerade. Die Dynamik ist wirr aber fliessend, es bleibt in jedem Moment unklar, was als nächstes geschieht.

Schliesslich die Aufforderung ans Publikum: Die Tiere brauchen Schutz! Wir alle müssen den Tieren helfen, in den Baum zu kommen. So endet «Durstlöscher» in einer grossen Publikums-Transporthilfekarawane zu den nächsten Bäumen und einem harmonisch-toxischen Schlussbild der leuchtenden Tiere im dunkelgrünen Baum.

 

Parvez Imam «Libertad 2.0»

Wieder wird von den Vögeln ausgegangen. Parvez Imam steht mit Flügeln aus zerschnittenem Absperrband und einer eisernen Glocke um den Hals vor der Volière und schaut den Vögeln zu. Vor ihm liegen Plastiksäcke gefüllt mit exotischen Früchten. Er imitiert Flügelschläge, erst ruhig und dann hektischer, schliesslich rennt er unter lautem Gebimmel und Geschepper davon. Der Inhalt der Fruchttasche bleibt dabei fast komplett auf der Strecke:  herumkugelnde Orangen, Avocados und Kokosnüsse.

Das Publikum folgt dem Ausgebrochenen auf die grosse Wiese in der Parkmitte. Dort beginnt er, sich ein Territorium mit Absperrband abzustecken. In unabgesprochener Publikumspartizipation werden ihm die verlorenen Früchte zugerollt. Danach lädt er dazu ein, das Essen zu teilen und ihn zu begleiten unter der Voraussetzung, sich mit einer losen Leine aus bunten Fäden an ihn binden zu lassen. Acht Personen nehmen die Einladung an und folgen ihm in seine «privat area». Dann die Ansage: «Free flight, no visa». Alle willigen ein und «fliegen» zusammen davon.

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Karyna Herrera «Anima»

Sie sitzt mit angezogenen Knien und Kapuze auf einem Stein und rührt sich nicht. Wie ein Reiher am Flussufer, der so ruhig und anmutig auf den Jagdmoment wartet, dass man ihn erst nicht sieht und dann nicht mehr wegsehen kann. Eine Kinderschar steht gespannt daneben, mit Sicherheitsabstand von circa einem Meter. Irgendwann bricht die Starre, und das an diesem Tag vierte Vogel-Mensch-Transformationswesen beginnt, sein Gesicht mit roten, grünen und blauen Mustern zu bemalen, auf einer Tonpfeife zu spielen und die Positionen zu verändern.

Die Kinder rücken näher. Sie übt eine mysteriöse Anziehungskraft aus. Schliesslich steht sie auf und erhebt – ruhiger aber ähnlich wie zuvor Parvez Imam – die selbsternannten Flügel. Steigt danach vom Stein und geht langsam durchs Publikum, bleibt vereinzelt stehen und lässt sich Federn aus dem gefütterten Kostüm ziehen. Das Ende wirbelt wie die gezupften Federn schwer fassbar durch die Luft.

Stefan Rohner «The artist is a joker»

Ein Waldkobold in Farnkostüm und Moosschlangenkrone sitzt im voluminösesten Baum des Parks. Er scheint beinahe kompletter Bestandteil des Baumorganismus geworden zu sein. Nur der Pfeilköcher um seine Brust irritiert das Naturidyll. Mit diversen Tricks erschafft er ein verspieltes Szenario von Botschaften über Zeit und Raum um sich herum. Papierblumen wachsen und werden später mit der Armbrust in den Boden geschossen, ein Stoffbanner mit den Worten «your time / my time» um die dicke Baummitte gespannt und Waldelf-personifizierte Jokerkarten ins Publikum gestreut.

Mit einer einzigen Fussbewegung klappen zwei Einperson-Zelte auf. Auf ihren Dächern steht «Flower» und «Power», auf den Böden «Artist» und «Joker». Die Zelte werden zu riesigen Flügeln und auch hier wird der Schauplatz fliegend verlassen. Ein paar Meter weiter stehen die Kinder von vorhin und geben dem Waldmenschen applaudierend und johlend High Fives.

Asi Föcker & Raoul Doré «halten und werfen»

Unruhe in der Menge. Es wird gemunkelt, die nächste Performance habe Startschwierigkeiten, die sich nicht ändern lassen, solange die Wolken sich nicht von der Sonne wegbewegen. Das tun sie dann glücklicherweise bald. Mit wenigen Hilfsmitteln – je ein Spiegel in jeder Hand – beginnen Asi und Raoul das Licht einzufangen und auf einen gemeinsamen Punkt der Betonwand des Theaters zu projezieren. Dabei entstehen vier übereinandergelagerte, minitrampolingrosse Kreisflächen aus zartem Licht.  Es flimmert und zuckt, die Ränder verschieben sich leicht. Ein starker Kontrast zum statischen Bild der Performer, die hochkonzentriert und von Schirmmützen geschützt stoisch stehen und wie romantische Forscher aussehen, die den Grossteil ihres Lebens in kargen Wüstengegenden verbringen, um neue Rätsel der Welt ästhetisch zu sezieren.

Ein paar Blicke schräg unter dem Lichtspiel sitzt ein eng verschlungenes Paar. Uninstruiert und zunehmend verunsichert über die vielen Beobachter räumen die beiden im Lauf des Sonnenspiels das Feld.

Erika Sieber «Impression Spirit»

Harter Genresprung von intim und poetisch zu wild und gefährlich. Erika Sieber, eine Kunstfigur bestehend aus zwei realen Künstlerinnen, und selbsternannte Punkband, die keine Musik spielt, ist maskiert und bewaffnet. In goldenen Ganzkörperanzügen marschieren die zwei mit Plastikkalaschnikows zu mitreissend-angriffigem Elektro ein Wiesendreieck ab. An den Waffen sind Iphones befestigt, die alles filmen. Von Anfang an werden die Performerinnen massiv belagert von der Kinderschar, die mittlerweile von Publikum zu aufdringlichen Mitspielern mutiert ist. Erika Sieber lassen sich nicht beirren und marschieren weiter ihre Wege ab. Sie zielen dabei immer wieder mit dem Gewehrlauf direkt in Zuschauende.

Eiskaltes Pokerface, strikte Choreo, aufgekratztes Kinderlachen. Die ungeplante Kooperation verleiht dem ganzen einen merkwürdigen Twist. Dann stoppt die Musik und beide bringen sich in Position, um Yoga zu machen – fokussiert und ruhig, immer mit der Waffe und dem Handyprotokollfilm. Nach der letzten Figur setzt die Musik wieder ein, Erika Sieber verlassen das Gelände genau so zielstrebig, wie sie es betreten haben, und die Kinder rennen fröhlich hinterher.

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Wassili Widmer «Spaziergang»

Schmieriges Grinsen, zurückgegelte Haare, Polohemd und Wäscheklammern in den Ohrläppchen. Wassili Widmer sieht aus wie ein Showmaster kurz vor dem psychotischen Ausbruch. Er trägt eine Schüssel voller faustgrosser Steine mit sich, die in gelblicher Fotolösung schwimmen. Dann geht es los mit einem kollektiven Rundgang durch den ganzen Park. Überall, wo wir anhalten, liegt, klebt oder hängt eine ca. A3-grosse helle Kunststoffplatte. Der Zeremonienmeister lädt ein, einen Stein zu nehmen und auf die Platte zu werfen. Wird getroffen, entsteht am Aufprallpunkt ein schwarzes Muster. Daran kann später die Intensität des Wurfs abgelesen werden.

Die Platten sind allerdings nicht das eigentliche Ziel. Hinter ihnen befinden sich eine Infotafel, ein Bagger, eine Parklampe, ein Baustellen-Toitoi und andere Dinge, die entweder konkret oder symbolisch einen Teil der staatlichen Infrastruktur verkörpern. Nach dem letzten Stein erfolgt der vermutete Ausbruch. Wassili zieht die Kleider bis auf Socken, Unterhose und Zweitshirt aus, zerfurcht die Pomadenfrisur, reisst die Wäscheklammern ab, zündet die letzte Platte an und verlässt seine bisherige Funktion endgütig.

Bereicherung für Park und Publikum

Es war viel für einen Tag: viele Bilder und viel Stoff zum Nachdenken. Neben allen Hauptacts war auch das Publikum, von alt bis jung und dauerpräsent bis zugelaufen, interessant zu beobachten. Performance hat definitiv eine breite Interessentenschaft in der Stadt.  Angenehm war auch, dass trotz ständiger Bewegung nie das Gefühl von Stress aufkam. Es gab stets genug Zeit für geschlenderte Platzwechsel und mittelfristige Verarbeitungspausen.

Am Sonntag folgte ein Künstlergespräch mit allen 14 Performenden und Maricruz Peñaloza als Gesprächsleiterin vor dem Frauenpavillon. Hier gab es nun deutlich weniger Publikum als am Samstag, dafür umso ausgiebigere Debatten. Zumindest am Anfang – für die drei letzten in der Auftrittsreihenfolge fehlte am Schluss die Zeit. Die Gespräche waren in vielen Punkten aufschlussreich, teilweise sehr persönlich, dann wiederum weit in die Welt ausgeholt. Oder alles zusammen.

Performance, das zeigte das Wochenende auf alle Fälle, ist eine Bereicherung für Park und Publikum. Es wäre schön, wenn daraus ein organisatorischer Boomerang würde.

*alle Fotografien in diesem Artikeln sind von Julia Kubik

 

 

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©performance open-air st. gallen